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Hamburg: Protest gegen den Veteranentag

14 Juni @ 12:00 - 13:00
Protest gegen Veteranentag

Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Krieg getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg.
Kurt Tucholsky alias Peter Panter: Die Weltbühne, 21.06.1932.

Dieses Jahr soll zum zweiten Mal seit 1945 in Deutschland der Veteranentag gefeiert werden. Neben einer Veranstaltung der Bundeswehr mit Parade-Strammstehen und öffentlichem Gelöbnis auf dem Rathausmarktplatz am 14. Juni laden am 13. Juni die „Hamburg Pioneers“
Veteran:innen zum Heimspiel ein. Das beinhaltet das Posaunen der Nationalhymne durch das Marineorchester Hamburg, die „Anlieferung“ des Spielballs durch einen Fallschirmjäger und den Auftritt der Cheerleader der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr.
Veteranen (alle aktiven und ehemaligen, nicht unehrenhaft entlassenen Soldaten der Bundeswehr) sollen als „Helden im Dienst für das Vaterland“ gewürdigt, der Dienst an der Waffe normalisiert und zur verdienstvollen, zivilisatorischen Arbeit erklärt werden.
Kurzum: Militär, Krieg und Aufrüstung sollen gegen historische Erkenntnisse und Konsequenzen aus zwei vom deutschen Boden ausgehenden Weltkriegen erneut glorifiziert und die Bevölkerung für den nächsten Einsatz der Bundeswehr „kriegstauglich“ gemacht
werden.
Zur Erinnerung: Irak, Afghanistan, Jugoslawien, Mali, Sudan, Ukraine, Palästina, Iran, Venezuela oder Kuba.
Diese Kriege wurden und werden im geopolitischen und wirtschaftlichen Interesse einer profitierenden Minderheit geführt. Im Krieg gibt es keine Helden. Mord, Krieg und Elend sind nicht zu feiern, sondern sofort zu beenden.
Wir feiern stattdessen all diejenigen, die den Krieg verraten!
Denn: „Kriegsverrat ist Friedenstat!“ (Ludwig Baumann).
Abrüstung, die Beendigung von Kriegen und Rüstungskonversion zugunsten des Allgemeinwohls wurden und werden von der Friedensbewegung, Deserteuren, progressiven Parteien, Gewerkschaften und vielen mehr erkämpft. Erinnert sei beispielsweise an
die Entspannungspolitik der 80er Jahre, die Rücknahme der Stationierung von Mittelstreckenraketen und die Verhinderung einer deutschen Beteiligung am Irakkrieg.
Erforderlich ist: Die Verwirklichung der UN-Charta, die als Konsequenz aus der Befreiung vom Faschismus darauf gerichtet ist, „künftige
Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“ und „den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern“. Dazu gehört auch das Gewaltverbot in den internationalen Beziehungen, die Verpflichtung aller Staaten, Kriegen
vorzubeugen und der unbedingte Vorrang der Diplomatie. Das heißt die Verwirklichung von Bildung, Kultur und Gesundheit sowie der Überwindung des sozialen Elends. Der Mensch wächst mit diesen höheren Zwecken und nicht auf dem Schlachtfeld im Schlamm kriechend. International Solidarisch, statt national soldatisch!

Wir wirken für:
• Die Abschaffung des Veteranentags, genauso wie des Tags der Bundeswehr und allen weiteren Militarisierungsmaßnahmen
• Die diplomatische Beendigung aller kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit verbunden mit der Verwirklichung des Völkerrechts
• Bundeswehr raus aus den Schulen und Hochschulen, für zivile Wissenschaften und Schulen, statt Wehrpflicht und Kriegsdienst
• Asyl für alle Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
• Den Wiederaufbau aller Städtepartnerschaften, zum Beispiel mit St. Petersburg
• Abrüstung statt Aufrüstung! Schluss mit der Kriegsvorbereitung! Stattdessen Milliarden für Bildung und Kultur, Gesundheit und Arbeit,
Wohnen und zivile Infrastruktur sowie tatsächliche Entwicklungshilfe!

Zum zweiten Mal seit 1945 feiert die Bundeswehr mit viel Pomp den Krieg.
Wir feiern stattdessen all diejenigen, die den Krieg verraten!
Abrüstung, die Beendigung von Kriegen, Ausbau von Bildung, Kultur und Gesundheit und die Überwindung des sozialen Elends wurden und werden von der Friedensbewegung, Deserteuren, Gewerkschaften, progressiven Parteien und vielen mehr hervorgebracht. Es kommt auf uns an in diesem Sinne die internationalen Beziehungen zu zivilisieren, Kriegsdienst und Militär zu überwinden, soziale Verbesserungen überall auf der Welt zu erstreiten und gemeinsam den Krieg zu verraten. International solidarisch, statt
national soldatisch.

Wir versammeln uns auf dem Jungfernstieg (Reesendammbrücke) in Sicht- und Hörweite zur Bundeswehr auf dem Rathausplatz.
Es gibt Rede-, Kulturbeiträge und Satire.

Hamburger Initiative gegen Rüstungsexporte