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Marburg: Wer wird Lobbyist?

Wer schlägt eine Laufbahn im Lobbyismus ein? Während die Forschung die sozialen und beruflichen Hintergründe von Politikerinnen und Politikern zunehmend untersucht, wissen wir deutlich weniger über diejenigen, die versuchen, politische Entscheidungsprozesse von außen zu beeinflussen. Dieser Beitrag liefert die erste systematische Analyse der Rekrutierung von Lobbyistinnen und Lobbyisten in Deutschland. Dazu kombinieren wir Daten aus dem Lobbyregister des Deutschen Bundestags mit biografischen Informationen von LinkedIn und erstellen so einen umfassenden Datensatz, der es ermöglicht, die Gesamtheit der registrierten Lobbyisten zu identifizieren und mit einer Vergleichsgruppe von LinkedIn-Nutzerinnen und -Nutzern zu kontrastieren. Wir erfassen detaillierte Merkmale wie Bildungsweg, berufliche Expertise sowie vorherige Tätigkeiten in Politik oder Verwaltung und nutzen Sequenz- und Clusteranalysen, um typische Karrierepfade in den Lobbyismus zu rekonstruieren. Indem wir Theorien politischer Rekrutierung mit der Forschung zu Lobbyismus und „revolving doors“ verknüpfen, trägt unsere Studie zu einem besseren Verständnis der sozialen und beruflichen Grundlagen politischen Einflusses bei.
Seit über zwanzig Jahren organisiert das Zentrum für Konfliktforschung der Philipps Universität Marburg die Vortragsreihe „Konflikte in Gegend und Zukunft“. Die Vorträge behandeln Themen wie Krieg und Frieden, Gewalt und Rassismus, soziale Bewegungen und Klimakrise oder Ungleichheit und Armut.
Das Thema in diesem Semester ist „Geld und Politik“. Die Vortragsreihe richtet sich an die Marburger Öffentlichkeit. Das Programm der Vortragsreihe wird von Prof. Dr. Miquel Pellicer und Prof. Dr. Eva Wegner organisiert und moderiert.
Referierende
Prof. Dr. Heike Klüver | Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstalter
Zentrum für Konfliktforschung und Universitätsstadt Marburg im Rahmen des „Marburger Stadtgesprächs“
